Gewässer- und Hochwasserschutz
Der Gewässer- und Hochwasserschutz hat in der Gemeinde Ranstadt einen hohen Stellenwert. Ziel ist es, die natürlichen Gewässer zu erhalten, ihre ökologische Funktion zu stärken und gleichzeitig Menschen, Gebäude und Infrastruktur vor Hochwasserereignissen zu schützen. Regelmäßige Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen an Bächen und Gräben tragen dazu bei, den ordnungsgemäßen Wasserabfluss sicherzustellen.
Darüber hinaus setzt die Gemeinde auf vorbeugende Maßnahmen und eine enge Zusammenarbeit mit Fachbehörden und Verbänden. Durch naturnahe Gewässerentwicklung, Rückhaltemaßnahmen und eine vorausschauende Planung wird das Risiko von Hochwasserschäden reduziert. Der Gewässer- und Hochwasserschutz in Ranstadt verbindet damit den Schutz der Umwelt mit der Sicherheit und Lebensqualität der Bevölkerung.
Hochwasserschutz Dauernheim
Der Wasserverband Nidda sieht in seinem Finanzplan den Hochwasserschutz als größte Einzelmaßnahme im Investitionsprogramm der kommenden Jahre vor. Mit dem Hochwasserschutz in Dauernheim kommt ein Projekt in Gang für das lange gekämpft und gearbeitet wurde.
Renaturierung des Laisbachs „100 Wilde Bäche für Hessen“
Zur Erreichung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie soll der Laisbach im Auftrag der Gemeinde Ranstadt renaturiert werden. Im ersten Schritt wurde am 14.10.2024 die Firma Zick-Hessler Ingenieure GmbH & Co. KG aus Wettenberg durch die Gemeinde Ranstadt beauftragt, Vorschläge für die Renaturierung des Laisbachs zu erarbeiten. Dafür wird das Ingenieurbüro den Laisbach in den nächsten Monaten besichtigen und die erforderlichen Grundlagen am Gewässer aufnehmen.
Im Rahmen eines Teilnahmewettbewerbs hat sich die Gemeinde Ranstadt mit dem Laisbach beworben und wurden mit weiteren rund 150 Kommunen für das Programm ausgewählt. Die anfallenden Kosten für die Renaturierung werden bis zu 95 % vom Land Hessen übernommen.
„Was ein wilder Bach ist“ erörtert die Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel, „diese Maßnahme ist aufgrund der schwindenden Biodiversität in aquatischen Lebensräumen, der schnellen Absenkung von Grundwasser und der mangelnden Pufferkapazität in Dürrejahren eine sinnvolle, ökologische und notwendige Maßnahme, die die Gemeinde Ranstadt sehr gerne vornimmt.“
Einen wesentlichen Bestandteil des nachhaltigen Gewässerschutzes stellt die Herstellung eines naturnahen Zustandes aller Fließgewässer und ihrer Auen dar. Besonders im Fokus steht dabei die Durchwanderbarkeit von Bächen und Flüssen für alle Organismen - von der Mündung bis zur Quelle. Die strukturelle Vielgestaltigkeit und eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt sind der zweite wichtige Baustein der Gewässerrenaturierung. Besonders mit Maßnahmen, die der dynamischen Eigenentwicklung von Fließgewässern Vorschub leisten, kann hier sehr viel getan werden, beispielsweise durch den gezielten Rückbau der Ufer- und Sohlbefestigungen oder die Einbringung von Totholz.
Auch am Laisbach ist ein Wechsel zwischen Gewässerstrecken mit einem stark anthropogenen Einfluss und naturnahen Abschnitten charakteristisch. Hauptprobleme sind Strukturarmut im Gewässerbett, begradigte Abschnitte teils mit massiver Ufer- und Sohlbefestigung, ein eingetieftes Gewässerprofil sowie zahlreiche Wanderhindernisse. In den Ortslagen fließt der Laisbach teilweise in einem befestigten Betonprofil.
"Fließgewässer brauchen daher Raum und Platz" ergänzt Udo Schädel (Fachbereichsleiter Bauen) die Ausführungen der Bürgermeisterin, „dazu werden im nächsten Jahr einige Gespräche mit den, an die Laisbach grenzenden, Grundstückseigentümer geführt.“
Durch die Teilnahme am Programm „100 wilde Bäche“ erhalten die Kommunen eine umfassende Unterstützung bei den Gewässerrenaturierungen. Dazu wird ihnen mit der Hessischen Landgesellschaft mbH (HLG) ein Dienstleister an die Seite gestellt, der sie bei der Maßnahmenumsetzung von der Planungsphase bis zur Bauumsetzung begleitet und bei allen Aufgaben der Bauträgerschaft entlasten.