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Rathausgalerie

10.06.2014 13:00 Alter: 5 yrs
Kategorie: Rathausgalerie

Generationenübergreifende Kunstausstellung


Mit ihrer ersten generationenübergreifenden Kunstausstellung sorgte die Ranstädter Rathausgalerie dieser Tage für einen wahren kulturellen Paukenschlag. Nicht nur, dass neben Bildern, Fotografien und Collagen auch Skulpturen aus Holz und Porenbeton zu sehen sind.

Mit Nicole und Sören Bergmann stellen auch erstmals zwei Nachwuchskünstler, nämlich Nichte und Onkel mit Ranstädter Wurzeln, in den Rathausfluren aus. Beide Künstler präsentierten Werke aus verschiedenen Lebensphasen vor, die vor Phantasie strotzten und in Form und Farben harmonierten.

Nicole Bergmann aus Bellmuth ist 22 Jahre jung, besucht derzeit die Fachoberschule für Gestaltung in Friedberg und „will auch beruflich etwas mit Kunst und Design zu tun haben“. Schon seit frühester Kindheit betätigt sie sich künstlerisch, „denn wenn ich aus dem Kindergarten kam hab ich mich erst einmal hingesetzt und ein Bild gemalt“, erinnert sie sich. Nach Bunt- und Filzstiftgemälden folgten mit 15 oder 16 die ersten Versuche mit Acrylfarben. Zuletzt hatte sie sich mehr auf Collagen versteift, wagte aber auch schon erste Schritte in der Landschafts- und Pflanzenfotografie.

Ihr Onkel Sören, Jahrgang 1968, verheiratet und Vater von drei Kindern sucht lange nach der beruflichen Orientierung. Er absolvierte drei Berufsausbildungen, ehe er als Sohn eines Gärtners zu seinen Wurzeln zurückkehrte und heute als selbständiger Garten- und Landschaftsbauer in der Nähe von Berlin sein Seelenheil fand. Ähnlich wie bei seiner Nichte begann auch Sören Bergmann früh, mit 14 Jahren entstanden erste Acrylbilder. Im Alter von 24 Jahren wurde ihm eine große Ehre zuteil. Im Hofgut des Fürsten in Ranstadt durfte er einen Raum entrümpeln und dort drei Jahre als Atelier nutzen. Damals entstanden auch erste großformatige Bilder, später fand er Ruhe, Erdung und Gleichgewicht im Arbeiten mit Formen und Farben. Als Folge dessen bearbeitete er Holz und Porenbeton. „Weil ich dann die geschaffene Form auch greifen kann“ lautete die einfache wie ehrliche Erklärung des Künstlers, der der Gemeindeverwaltung
für die Gelegenheit zur Ausstellung dankte und allen Besuchern eine interpretationsreiche Zeit beim Betrachten der Bilder wünschte. Denn selbst mag er seine Bilder sehr, er mag sie jedoch nicht selbst interpretieren oder katalogisieren: „Dass soll jeder Betrachter mit Phantasie für sich selbst machen“. Denn: „Kunst ist wie Wein - reine Geschmackssache“ sprach er ein vortreffliches Vernissagenschlusswort.

Im Beisein von Gemeindevertretervorsitzendem Christian Seitz samt Gattin hatte Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel die Eröffnung der Vernissage vorgenommen, die auf großes Interesse gestoßen war. Sie dankte den Künstlern, denn beim Betrachten der Bilder verschwinde die mitunter trübe und graue Verwaltungsarbeit im Rathaus „und man tankt wieder neuen Schwung“, sagte die Bürgermeisterin. Ihr spezieller Dank galt ihren Verwaltungsmitarbeiterinnen Beate Schmidt, die die ausstellenden Künstler akquiriere, und Silke Schmidt-Bernhardt, die Planung und Vorbereitung der Ausstellung übernehme. Die Vernissage war vor geraumer Zeit krankheitsbedingt verschoben worden.

Die Gemälde, Collagen und Skulpturen sind noch bis zum 13. Juni in den Fluren und dem Treppenhaus des Rathauses immer während der Öffnungszeiten zu bestaunen.


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